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Ist vereinfachen besser?

Wenn ich Weihnachtsguetzli backe, nehme ich mir richtig Zeit dafür.

Ich brauche keinen Mixer, keine Maschinen, keine speziell dafür erfundenen Geräte, nur Zeit.

Und erlebe all diese einzelnen Tätigkeiten wie Teile einer Komposition. Die Zutaten miteinander zu vermischen, in einer grossen Schüssel, mit einer Holzkelle, hat etwas ganz Meditatives, Schönes. Man ermöglich damit auch jedem einzelnen Lebensmittel, welches man in einen Teig hineinmischt, seinen eigenen Auftritt. Man kann einen Moment darüber nachdenken, woher die Zutaten kommen, wo man sie gekauft hat, was sie vielleicht für jemanden anderen bedeuten.

So lohnt es sich auch, die Lebensmittel da zu kaufen, wo man ihre Geschichte kennt.

Wenn ich bei einer Bauernhoftochter die Eier kaufe, die für sich allein, als junger Teenager, die Hühner des Hofes übernommen hat, ist jedes Ei besonders wertvoll.

Wenn ich das Mehl bei einer jungen Bäuerin kaufe, die selber auf ihrem Hof mit der Familie zusammen Getreide anbaut, ist das Mehl ein besonders Mehl.

Wenn ich die Butter verwende, welche auf der Alp aus dem Rahm der Milch der Kühe, die ich zum Teil kenne, gemacht wurde, dann ist die Butter eine besondere Butter.

Und wenn diese Eier, dieses Mehl und diese Butter dann auch noch besonders köstlich sind, umso schöner. Und natürlich: umso besser die Guetzli.

Man kann aus Guetzli backen ein Highlight des Tages machen. Aus der Tätigkeit und den Gedanken dazu.